Blutegeltherapie

"Hirudo medicinalis" ist der lateinische Name des Süßwasseregels. Er ist etwa fünf bis zehn Zentimeter lang, hat fünf Augenpaare, zwei Mäuler mit je 240 spitzen Zähnen und ernährt sich von Blut. Schon seit Jahrtausenden werden die Tiere erfolgreich in der Medizin eingesetzt. Zwar gerieten sie im vergangenen Jahrhundert etwas in Vergessenheit, doch heute erleben sie eine Renaissance in der modernen Medizin. 

Medizinische Süßwasseregel sind lebende Mini-Apotheken, denn ihr Speichel ist ein Cocktail aus 30 bis 50 Wirkstoffen. Er hemmt die Blutgerinnung, lindert Entzündungen und Schmerzen, erweitert die Gefäße. Besonders bei Gelenkbeschwerden (Arthrose) setzen immer mehr Ärzte und Heilpraktiker auf die Kunst der tierischen Kollegen.

Schmerzlinderung bis hin zur Schmerzfreiheit

Dass sie Spritzen, Pillen und Salben oft überlegen sind, haben sie in mehreren Studien bewiesen: 80 Prozent der Arthrosepatienten und 70 Prozent der Patienten mit einem Tennisellenbogen erfuhren durch die Blutegel eine deutliche Schmerzlinderung bis hin zur Schmerzfreiheit.